Altes Märchenland China – Gansu

Ich glaube die alten Samuraifilme spielen zwar in Japan aber ihr wisst schon was ich meine. Häuser mit geschwungenen Dächern über die Menschen fliegen, enge Gassen, viele Reis- und Gemüsebauern, Züge die durch enge Schluchten rattern, gelb – braun – rote Flüsse gedrängt von Schlamm, Blut und Schweiß (kein Trinkwasser!), Terrassenanbau an den Bergen, Hutzenomas und Opas und viel Dreck auf den Straßen in dem sich die Kinder suhlen. Dieses alte China habe ich auf meinem kleinen Gansu – Loop gefunden. Es zählt nicht zu den AAAAA Reisezielen in China und ist daher nicht so überlaufen aber auch nicht so ausgebaut. Die Verbindungen dahin und vor Ort gehen meist nur einmal täglich. Ich habe mir das Triangel Tianshui, Luomen und Pingliang heraus gepickt. In der Gegend war es gerade richtig schön grün und das Wetter eher mies. Viel Regen und Dunst. Keine Sicht und kein Fotowetter. Zwischen Tianshui und Luomen verkehrt ein Zug der durch Schluchten rattert und an alten chinesischen Dörfern vorbei tingelt. Sieht wie in einer Filmkulisse aus! Wenn man ein Moped leihen könnte hätte man viel Spaß in der Region (man braucht nur eine Karte, OSM versagt in China). So fährt man an den Leuten vorbei und hat die Scheibe zwischen sich und China. Zu clean für meinen Geschmack. Beim Fahrradreisen hat man den vollen Input! Deswegen bin ich eher Fahrradreisender. Moped käme für mich auch noch in frage. Zum anderen gibt es für mich nichts langweiligeres als einen Reiseführer zu lesen. Das muss man aber wenn man mit Bus und Bahn unterwegs ist. Jedenfalls fand ich es in der Gegend wie im Märchen 467 Samurai gegen 402553 Engländer. Recht schön quasi!

Bilder aus dem Zug. Es zieht halt alles vorbei. Verweilen is nicht.

Bilder aus dem Zug. Es zieht halt alles vorbei. Verweilen is nicht.

the fog

the fog

Ich habe bis jetzt kein Glück beim Zugkarten kauf. Ich bekomme nur hard seat Karten. Bei 18 Stunden Zugfahrt kein Spaß kann ich euch sagen. Der Zug war auch noch die ganze Strecke brechend voll. Keine Chance den Chinesen zu entfliehen. Da gibt es einen anderen Input. Meine Fresse. Später mehr dazu.

Großer Fels in den Buddhas geschnitzt wurden. Maiji Shan, Tianshui.

Großer Fels in den Buddhas geschnitzt wurden. Maiji Shan, Tianshui.

Damit man besser sehen kann reicht die Brille nicht aus. So hat man Stege angebracht um die Figuren aus nächster Nähe beklotzen zu können.

Damit man besser sehen kann reicht die Brille nicht aus. So hat man Stege angebracht um die Figuren aus nächster Nähe beklotzen zu können.

Tianshui

Das Reiseziel Tianshui habe ich im atlas obscura gefunden. Darin findet man die kuriosesten Destinationen der jeweiligen Länder. Kann man immer mal rein schauen wenn man unterwegs ist. An einem Felsen nahe der Stadt haben sich Buddhas im Vollrausch gedacht wir ritzen Figuren in den Fels anstatt den Weg zu praktizieren. Vielleicht haben sie die Arbeit ja bewusst ausgeführt und doch die Erleuchtung gemeistert. Wer weiß. Jedem den seinen Weg ins Nirwana. Anstatt Gehmeditationen Ritzmeditationen. Innovativ! So lange sie in dem gegenwärtigen Moment geweilt waren hat es bestimmt geklappt. Wenn nicht dann hätten sie das bei andern Meditationsarten auch nicht gebacken bekommen. Auf jeden Fall kann man in dem Park achtsam herum schreiten, an dem Felsblock hoch und runter gehen, sich die Skulpturen ansehen, Raucherstäbchen kaufen und essen (essen kann man in China überall!). Die Hölen, in denen sich Buddhaskulpturen befinden, sind verbarrikadiert sodass man oft nicht viel sieht. Es ist auch schön zu sehen das zu Füßen des Buddhas Menschenfreund Mao liegt. Hatte Buddha nicht mal erwähnt das keine Opfer auf dem Weg helfen sonder nur Näherung des Mitgefühls und der Liebe, Leben in Achtsamkeit usw. ? Die Preise sind OK und es ist beeindruckend was die Mönche da geschaffen haben. Weiter so!

Pagoden werden von Felsen beschützt.

Pagoden werden von Felsen beschützt.

Die berühmten Hutzenberge.

Die berühmten Hutzenberge.

Mein Schloss!

Mein Schloss!

Luomen

In … ist dann wirklich nichts mehr los. Ein paar Touris verirren sich aber trotzdem noch hin. Nur Chinesen versteht sich. Ich habe mich einem älteren Paar angeschlossen und bin mit denen einen Tag rum gewackelt. HeHe, süß die Beiden! Da die Milliarden Menschen alle einen Job brauchen um ihr täglich Brot zu verdienen ist jeder Taxifahrer (da merkt man wieder mal wie beknackt und überholt unser System ist). Mein Glück das ich bei den Beiden war. Somit konnte ich die Preise der Chinesen zahlen. Man spart! Außerdem ist das eine Erfahrung mit diesem Menschenschlag einen Tag zu verbringen. Die sprachen natürlich kein Wort englisch. Versteht sich von selbst, oder? Hatte mich auf meiner letzten Chinareise auch schon einer Gruppe angeschlossen (für 2 Tage). Echt knuffig, reicht dann aber. Naja, sonst ähnlich. Es liegt ein Buddha Taoismus monastary in den Bergen und man läuft da halt rum. Ich finds schön und kann dabei entspannen. In China gibt es meistens eine kleine Straße in den Tälern und man kann sich in einem E – Auto ein Stück des Weges chauffieren lassen. Ist natürlich mit Buddha und Laotse nicht in Einklang zu bekommen. Mit meinem Geldbeutel auch nicht. Ich hatte nichts zu essen mit und brauchte eigentlich auch nichts. Sie haben mir trotzdem was aus ihren Fresspaketen gesponsert. War ja klar! Also wurde im stehen vor einem Buddhabild alles schnell rein gewürgt. Hat auch nichts mit Buddha und dem Pfad der Achtsamkeit zutun! Egal!

Meine Begleiter/Führer.

Meine Begleiter/Führer.

Pingliang

Wegen den Wetterkapriolen bin ich vorzeitig aus Ganzu geflüchtet! In der Nähe von Pingliang gibt es den Kongtong Shan. Ein wichtiger Gipfel der Taoisten/Daoisten. Es ist immer spaßig in China auf den heiligen Bergen herum zu klettern. Die Landschaft ist meistens auch atemberaubend. Bei schlechten Wetter und wenig Sicht nur die Hälfte wert. Somit weiter. China ist groß und es kann ja nicht überall regnen. Oder? 1000km weiter südlich das gleiche Bild. Hier stimmt doch was nicht!